Archiv für Februar 2009|Monatliche Archivseite

Darf ich hier einziehen? – Zimmersuche in und um Delft

Uiiii, nach sehr vielen Anschreiben auf Wohungs-/Zimmeranzeigen die alle samt ignoriert wurden, gibt es heute (Mittwoch) gleich zwei Antworten. Eine Absage, da das Zimmer schon vergeben ist. Gut zu wissen, danke! Warum machen das die anderen nicht so? Und ein Besichtigungstermin morgen 9:30Uhr. Vieles in der Anzeige war auf Niederländisch, so dass ich echt mal gespannt bin, ob das, was ich verstanden hab, so auch passt! Aber es wäre ein super Schritt, auch wenn ich erst am 15.3. einziehen kann. Drücken wir mal die Daumen, dass es mir gefällt und sie mich haben will. Die Wohnung liegt in Delft ganz in der Nähe des Wilhelminaparks und nicht zu weit weg von der Uni.

Am Donnerstag Morgen hatte ich meinen ersten Besichtigungstermin und so ging ich nicht zur Uni sondern in entgegengesetzte Richtung. Die Adresse war schnell gefunden und ich hatte noch ein wenig Zeit die Umgebung zu erkunden. Unten im Haus ist ein Blumenladen, an der Fassade um die Ecke ein Automat der Rabobank…gegenüber ein Markt mit frischem Obst und Gemüse, sowie ein Supermarkt (in schlenderte hindurch und kaufte mir eine Tüte Haribo KIKKERS – ne Idee, was das sein könnte? Kleiner Tipp, es ist grün) und eine Ecke weiter ein Postkasten (in diesen versenkte ich gleich die Geburtstagskarte an meine Oma). Die Umgebung gefiel mir gut und auch die Hausherrin, die mich mit ihrer Mutter (welche jedoch kein englisch sprach) begrüßte machte einen netten Eindruck. Sie zeigte mir die besagten freien Zimmer und den Rest des Hauses: eine Küche für 4 Personen und ein separates Klo waren auf der selben Etage wie die freien Zimmer, eine Etage höher ein Bad (welches sich 5 Personen teilen) und zwei weitere Zimmer, ganz oben unterm Dach ist noch ein Zimmer mit eigener kleiner Küche…Mein Lieblingszimmer stand schnell fest, ich wurde jedoch durch den Mietvertrag, welcher sofort über 6 Monate unterschrieben werden musste und die Tatsache, dass ich keinen Besuch für länger als eine Nacht unterbringen darf ein wenig abgeschreckt…und entschied mich erst einmal noch nicht. Aber eigentlich stand die Entscheidung fest – da will ich nicht hin! Doch kann ich es mir leisten abzusagen? Was ist, wenn ich nichts anderes finde?

Ich änderte meine Strategie und erweiterte meine Suche nach einem Zimmer auf die Nachbarstädte Den Haag und Rotterdam…

Den nächsten Vormittag verbrachte ich dann damit, eine rege Unterhaltung mit zwei Menschen zu führen, welche mich angeschrieben hatten, ob ich denn nicht bei ihnen einziehen will. Menschen die ich nicht kenne, die alles (naja, nur das gröbste) über mich wissen wollen und letztendlich der Meinung sind, dass ich passen könnte und mir einen Besichtigungstermin geben. Prima. Das Besuchsproblem habe ich gleich als erstes angesprochen um sicher zu gehen, dass sich jeder weitere Aufwand auch lohnt und beide haben nichts dagegen. So kam es also, dass ich morgen 13:30 und 16:30 jeweils einen Termin zur Besichtigung eines möblierten Zimmers habe. Das 16:30Uhr Zimmer liegt im Westen Den Haags nicht weit von Stadtrand entfernt und ist etwa 10km (also ne halbe Fahrradstunde…bei dem Flachland hier wohl eher weniger) von der Uni entfernt, 7min Fußweg von der Tramhaltestelle entfernt, von welcher mich eine Bahn direkt bis zum Bahnhof fährt. Küche ist mit einer Person, Dusche mit 4 Personen + 1 Kind zu teilen (warum haben die alle so wenige Duschen??), das Zimmer ist komplett möbliert, mit Fernseher und Internetverbindung. Kosten all inklusiv 400€… Das 13:30Uhr Zimmer liegt im Osten der Stadt in der Nähe des Bahnhofes Den Haag Mariahoeve, ebenso ist eine Tramhaltestelle gleich um die Ecke und das Meer nicht weit (bei beiden Wohnungen etwa 5km, würd ich sagen). Die Entfernung mit dem Rad zur Uni beträgt hier etwa 13km, also unwesentlich mehr. Auch dieses Zimmer ist komplett mit TV und Internet und das Haus wird sogar durch einen Wachmann bewacht. Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine sowie ein Holzfußboden klingen schon echt gut. Hier gibt es, soweit ich weiß, 3 Mitbewohner. Die Kosten betragen all inklusiv 350€. Also was das betrifft scheinen beide echt prima zu sein, aber habe bisher noch keine Fotos gesehen…Also werde ich mich überraschen lassen. Ich habe mir die Wegbeschreibungen ausgedruckt und die Kartenteile abgezeichnet. Werd nachher noch schauen, wie ich am besten zur ersten Adresse komme (Zug oder Tram) und dann kann es losgehen. Ich freu mich drauf. Weiterhin habe ich mit Kontakt mit einer Wohnungsbesitzerin in Rotterdam, vlt ergibt dich dort ein Treffen für Sonntag – ich habe es vorgeschlagen. Ich bin so froh, dass sich etwas tut!

Samstag, Den Haag-Tag, ich beeilte mich schnell vor allen anderen das Bad zu entern und zu duschen. Nach nem Frühstück machte ich mich auch schon auf den Weg zum Bahnhof. Ich lernte, dass ich an den Automaten mit meiner deutschen EC-Karte zahlen kann, kaufte mir ein Ticket nach Den Haag Mariahoeve und stieg in den wenige Minuten später einfahrenden Schnellzug, welcher mich erst einmal zum Bahnhof Den Haag HS (Holland Spore) brachte. Dort angekommen suchte ich einen Kiosk und kaufte einen Stadtplan. Ich entschied mich für einen richtig schicken, sone Art Ringbuch…welcher auch einen großen Teil der Umgebung beinhaltete. Also gerade richtig, wenn ich mich mit dem Rad in und um Den Haag rumschlagen will. Bestens ausgerüstet entschied ich mich gegen die Bahn und dafür, zu meiner ersten Adresse zu laufen. Es war noch früh am Tag und ich hatte 3 Stunden Zeit. Es sollte also locker reichen. Vorbei am großen Hauptbahnhof (Den Haag Centraal), in welchem ich mich mit einer Karte des Tram- und Bus-Netztes versorgte, ging es weiter in einen großen Park der nach einer kurzen Zeit in einen Wald überging.
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Trotz des weniger guten Wetter traf ich jede Menge Jogger, Spaziergänger und Hundegassiführer. Ich durchquerte den Park einmal von West nach Ost und war schon fast in dem von mir anvisierten Stadtteil angekommen. Jede Menge Hochhäuser, viele Menschen aber es war erstaunlich ruhig. Die angegebene Adresse fand ich auf Anhieb, ein 4-geschössiger Bau…
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so stellte sich nur noch die Frage, was in den noch fast verbleibenden 2h anstellen. Ich erkundete den Weg zum Bahnhof, zum nächsten Supermarkt und in einen kleinen Park hinein an welchen sich nahtlos eine riesigen Mauer anschloss, welche den Lärm der dahinter liegenden Autobahn abschirmen sollte. Nicht die Gegend, die mir allzu sehr zusagte, aber ich war auf die Wohnung gespannt. Pünktlich 13:30 Uhr klingelte ich, stellte mich an der Gegensprechanlage vor und wurde in das Treppenhaus gelassen. Anders als erwartet sah es hier sauber aus und roch auch angenehm. Ich musste in den vierten Stock (hier in Holland hat sogar jede Wohnung ihre eigene Hausnummer, so geht es schnell, dass man in der Nummer 274 wohnt, obwohl die Straße verhältnismäßig kurz ist). Nach freundlicher Begrüßung an der Haustür wurde ich hinein gebeten und durfte mich umschauen. In meinem vlt zukünftigen Zimmer stand ein großes 140cm breites Bett, ein Kleiderschrank, welcher mich irgendwie an die Zeit in Selgersdorf erinnerte – aber ich testete seine Stabilität nicht aus – und ein Regal. Sowohl Schrank als auch Regal waren zu großem Teil vollgeräumt (Klamotten der Vermieterin) und auch der kleine Balkon konnte, da er nach Norden raus lag und jede Menge Häuser im Blickfeld standen, nicht überzeugen. Durch ein großes Gemeinschaftszimmer mit zwei Sofas, einem Schreibtisch und einem Fernseher, welches sehr gemütlich aussah, ging es zurück in den Flur. Von dort gingen noch zwei (vermietete) Zimmer, eine Toilette und die Küche ab. Und von der Küche aus kam man in einen Raum mit Dusche und Waschmaschine. Alles sehr klein, vollgestellt und nicht allzu sauber. Ich verabschiedete mich bei der Vermieterin und ging mit der Ankündigung, mich mit einer Entscheidung spätestens morgen zu melden. Auf dem Weg zur Straßenbahn schossen mir viele Gedanken durch den Kopf, die Traumwohnung ist das nicht, aber man könnte sich dran gewöhnen, zumal es ja Sommer wird und das Zimmer dann ja eh nur zum Schlafen genutzt werden würde. Weitere negative Punkte waren jedoch, dass es keinen Unterstellplatz für das Fahrrad geben würde und dieses somit vor dem Haus frei rum stehen müsste – der Gedanke gefällt mir nicht! – und dass der Weg zur Uni recht dicht vorbei an mehreren Autobahnen führen würde…
Um eine Strippe meiner Karte (also etwa 50cent) zu sparen, lief ich bis in die nächste Zone hinein und kam somit an einem Spar vorbei. Nach kurzem Abstecher hinein und der ernüchternden Feststellung, dass es hier dasselbe gibt wie überall in Holland und auch zu den teilweise echt hohen Preisen setzte ich mich in die nächste Tram und fuhr mit einmaligem Umsteigen in den Westen der Stadt zu meiner zweiten Adresse. Mittlerweile war das Wetter ganz angenehm, die Sonne schob die Wolken zur Seite und machte sich Platz. Nach erreichen der von der Vermieterin angegebenen Adresse lief ich nicht sofort zur Wohnung sondern schlenderte einen kleinen Umweg an einem Platz vorbei, auf welchem ich einen Supermarkt vermutete. Und richtig, Supermarkt, Drogerie, …alles, was das Herz begehrt in näherer Nachbarschaft. Kurz darauf landete ich in einem Viertel mit neuen, seltsam ausschauenden Häusern. Vlt 4 Meter breit und 4 Stockwerke hoch in reih und Glied nebeneinander gelegen. Und richtig, die von mir angesteuerte Adresse gehörte zu genau so einem Häuschen.
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Ich erkundete noch ein wenig die Umgebung und ließ mich dann mit meinem Buch auf einer Bank in der Sonne nieder. Lesend verbrachte ich die Zeit bis 16:30…
Nachdem ich auch an der zweiten Adresse wieder pünktlich geklingelt hatte, wurde mir von einer jungen Frau geöffnet. Ich legte ab und begleitete sie gleich bis hinauf in den 4. Stock. Das Zimmer, welches bisher noch von einem Deutschen bewohnt wird, wird am 6.3. frei und kann einen Tag später bezogen werden. Es ist etwa würfelförmig 3×3x3m durch die hohe Decke und ein großes Fenster in Richtung Südosten ist es schön hell und gefällt mir auf Anhieb. Es ist komplett eingerichtet, mit Bett, Schrank, Schreibtisch, Stühlen und sogar nem separaten Esstisch. Ein kleiner Fernseher steht im Zimmer und Internet ist auch vorhanden. Auf dem Flur befindet sich eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank, zwei Herdplatten und einer Waschmaschine. Die Waschmaschine wird auch von der im Haus lebenden Familie genutzt, die Küchenzeile muss mit dem Mieter eines weiteren Zimmers auf dieser Etage geteilt werden. Eine Etage tiefer befindet sich das Bad, sowie ein Schlaf- und Kinderzimmer der Familie…darunter deren Wohnbereich und ganz unten, hmmm – so ganz genau weiß ich nicht mehr, was ganz untern war, abgesehen von einer Stellfläche für Fahrräder und einer separaten Toilette!? Naja, da ich mich für dieses Zimmer entschieden habe, kann ich die Information zum Glück nachliefern! 200€ Kaution und die erste Miete in Höhe von 400€ werden am 7.3. beim Einzug fällig und dann bin ich endlich Herr über mein kleines Reich und nicht mehr nur einer durch einen Vorhang abgetrennten Abstellkammer mit Matratze.
Ziemlich fertig vom Tag machte ich mich auf den Heimweg, gönnte mir ein McChicken Menü mit Salat und Cola bei McDonalds und ließ mich müde auf meine Matratze plumpsen. Ein stressiger aber auch schöner und erfolgreicher Tag ging zu Ende! *freu*

Nacht in Delft

Hatte ich mir in Rotterdam nach langem Zögern doch nun endlich ein tolles Stativ gekauft, so musste es natürlich auch sofort ausprobiert werden. Und ich bin begeistert von den Nachtaufnahmen!!

Rotterdam

An meinem zweiten Samstag hier in Delft wurde erst einmal gemütlich bis etwa 9Uhr ausgeschlafen. Nach einer Dusche und dem Frühstück machte ich mich jedoch sofort auf den Weg zum Bahnhof. Die Sonne lockte mit ihren Strahlen und das ganze Haus war, auf Grund der Dachfenster oben und teilweise gläsernen Decken/Fenstern unten, in tolles, helles Licht getaucht. Also ab nach draußen, das schöne Wetter genießen, viel sehen und tolle Fotos schießen. Mein Weg führte mich nach Rotterdam, aber dieses Mal mit der Bahn. Etwas mehr als 10min Anreise von Bahnhof Delft zum Bahnhof Rotterdam Centraal und sofort mitten drin im Getümmel.
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Hochhäuser soweit das Auge blickt, verglaste Fassaden, welche die Sonne auch die schattigsten Ecken spiegelte und dazu führten, dass ich nur mit zusammengekniffenen Augen durch die Gegend lief und schon überlegte, wo ich jetzt am schnellsten eine Sonnenbrille herbekommen. Fand das dann jedoch zu übertrieben und machte mich frohen Mutes auf den Weg gen Süden. Einmal quer durch die Innenstadt und dann zum Hafen. Überwältigt von den Wolkenkratzern und beschwingt vom schönen Wetter fand ich ohne Probleme den auserwählten Media Markt, aber leider nicht die dortige Computerabteilung. Ein wenig verwundert, aber nicht weiter drüber nachdenkend verließ ich den Laden wieder und wanderte weiter. Am Hafen angekommen erwartete mich ein überwältigendes Bild von Segelmasten in im Wasser spiegelndes Sonnenlicht gehüllt und der Erasmusbrücke, die nicht umsonst von der Bevölkerung der Schwan genannt wird! Eine besondere Spezies Taxi fuhr mir auch über den Weg – Wassertaxen fegten über das Wasser, so dass mir schon beim Zusehen irgendwie mulmig wurde…
Nach einem Abstecher in einen Souvenirladen, in dem ich allerdings nichts mitgehen ließ, überquerte ich die Brücke und machte mich vorbei an weiteren Hochhäusern auf zur Spitze einer kleinen Inseln auf der Neuen Maas (Kop van Zuid)…dort steht das Hotel New York und es war früher der Punkt in der Stadt von welchem aus die meisten Auswanderer in die USA (die neue Welt) aufbrachen. Ich setzte mich an den Rand der Mauer und beobachtete eine ganze Weile den Schiffsverkehr auf dem Wasser, Fähren, riesen Transporter, die kleinen Taxen und Motorbote, …es gibt nichts, was da nicht durch die Gegend schippert. Aber besonders verwundert war ich über die in der Ferne zu hunderten herumstehenden Kräne…
Mein Rückweg von dieser Inselspitze führte über die zweite Brücke Rotterdams – die Willemsbrug – welche nicht nur auf Grund ihrer roten Farbe als „Golden Gate Bridge von Rotterdam“ bezeichnet wird…vor dem Bau der Erasmusrücke war sie außerdem die letzte Brücke vor der Mündung.
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Vorbei an den Kubushäusern landete ich auf einem riesigen Markt und tausenden anderen Menschen. Da ich mittlerweile Hunger hatte, kam der Stand mit den echten holländischen Pommes gerade richtig und ich kaufte mir eine große Portion Fritten Spezial – also mit einer speziellen Frittensoße, Tomatenketchup und rohen gehackten Zwiebeln – war lecker und sehr sättigend. Der Markt bestand aus vielen Blumen- und Obst-/Gemüseständen und den üblichen Ständen für Klamotten. Besonders aufgefallen ist mir ein Wagen, welcher nur Geflügel verkaufte, unter anderem Hackfleisch vom Huhn. Als ich den Trubel des Marktes endlich hinter mir gelassen hatte, führte mein Weg wieder zum Media Markt. Ich erkannte von außen, dass ich bei meinem ersten Besuch die beiden oberen Etagen übersehen hatte und fand endlich eine tolle Computermaus. Hinzu kamen ein Stativ für meine Kamera, ein Headset für den MP3-Player (welche ich sofort gegen die aktuellen, an den Ohrstöpseln kaputten und dadurch schmerzenden eintauschte) und ein paar Batterien für die Maus.
Voll bepackt ging es zurück zum Bahnhof und nach Delft. Meine Füße, welche dieses Mal noch nicht so erschöpft waren wie letzten Samstag, waren trotzdem froh darüber, nicht mehr geschunden zu werden…
Fotos sind auch dieses Mal wieder bei Picasa zu finden.

Matratzenkauf

In meiner Mittagspause am Donnerstag machte ich mich bei tollstem Wetter und mit dem Ziel endlich eine Matratze zu kaufen auf den Weg zu IKEA.
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Nach einem schönen und nicht zu langen Spaziergang kam ich bei IKEA an und was soll ich sagen!? Der Ikea ist, wie wahrscheinlich alle, einfach nur riesig. Da es jedoch einen festen Pfad durch den Dschungel gibt, kann man sich eigentlich nicht verlaufen.
Bin jetzt jedenfalls stolzer Besitzer eine 10cm hohen, 200cm langen und 80cm breiten Matratze für 34,99€ die ich eigenhändig vom IKEA auf Arbeit und dann heim geschleppt hab. Da kann die nächste Nacht ja nur traumhaft werden.
Daheim angekommen ging es sofort ans Matratze auspacken, ausrollen und probeliegen! Roch noch ein wenig komisch und es juckte mich danach trotz ner Decke drüber. Aber es hieß, dass das wohl normal sei und die Matratze erst einmal auslüften müsse.
Aber dafür hatt ich keine Zeit, wollte schließlich nicht noch einmal auf dem Boden schlafen! Und es hat sich gelohnt, die Nacht war toll und ich habe das erste Mal seit ich hier bin nicht gefroren – im Gegenteil, hab die dicke Jogginghose und die Kuschelsocken in der Nacht ausgezogen.

Straßenbau auf niederländisch

Am Dienstag auf dem Weg von der Uni zum C1000 (einem großen Supermarkt hier in Holland) dachte ich kurzzeitig, dass ich meinen Augen nicht trauen kann, ein Fußweg, der 24h vorher noch komplett und unangetastet war, lag plötzlich in alle Einzelteile zerlegt vor mir, alle paar Zentimeter war ein etwa 1m² großes Loch ausgehoben und das den gesamten Fußweg lang…und das, obwohl es ganzen Tag geregnet, geschneit und gestürmt hat!?

Und was soll ich sagen, heute, nur einen Tag später, war der Fußweg dann wieder komplett und in den Löchern standen frisch gepflanzte Bäume, aber nicht irgendwelche Bäume, nein! Mithilfe eines Holzgerüstes wurden die Äste der Bäume so hin gebogen, dass sie senkrecht vom Stamm abstehen.
Werd versuchen, noch ein Foto davon zu schießen…

edit: das versprochene Foto!
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Darf ich vorstellen – Delft!

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Da sich mein Arbeitsplatz für die nächsten 6 Monate in Delft befindet, werde ich wohl die meiste Zeit in dieser Stadt verbringen. Um euch Delft ein wenig nahe zu bringen befinden sich nachfolgend eine kurze Beschreibung der Stadt (aus Wiki geklaut) und der bekannte Link zu Picasa
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Delft ist eine niederländische Universitätsstadt in der Provinz Südholland. Sie liegt im Ballungsgebiet Randstad an der Vliet zwischen Den Haag und Rotterdam und zählte am 1. Februar 2008 96.055 Einwohner.

Delft gehört zu den ältesten niederländischen Städten. Die Altstadt birgt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die von ihrer Vergangenheit als blühende Handelsstadt im Goldenes Zeitalter zeugen. Trotz eines schweren Stadtbrandes im 16. Jahrhundert und einer verheerenden Explosion des Waffenmagazins im 17. Jahrhundert, die nur wenige Gebäude verschonte, verfügt Delft über ein gut erhaltenes, von Grachten durchzogenes historisches Stadtbild, das von Brabanter Gotik Patrizierhäusern der Renaissance geprägt ist und den typischen Charakter altholländischer Städte bewahrt hat. Nach Amsterdam hat sich Delft zum populärsten touristischen Ziel der Niederlande entwickelt und verzeichnet jährlich rund eine Million Besucher.

Geschichtlich ist Delft insbesondere durch Wilhelm von Oranien bekannt, der seine Residenz ab 1572 in die befestigte Stadt verlegte, wo er 1584 ermordet wurde. Er ist in der Gruft der Nieuwe Kerk bestattet, in der seither die Mitglieder der königlichen Familie beigesetzt werden. Delft führt daher den Beinamen Prinsenstad (Prinzenstadt).

Seit dem 17. Jahrhundert ist Delft für seine Porzellanmanufakturen und die dort hergestellten Fayencen in Delfter Blau sowie die Malerei seines berühmtesten Sohnes Jan Vermeer bekannt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Delft zur Technologiestadt und profilierte sich durch die 1842 gegründete Technische Universität auf den Gebieten der technischen Innovation und der Architektur.

Der Weg zur Uni

Hallo Tagebuch, meine zweite Woche in Delft ist angebrochen und begann am Montag wie nicht anders zu erwarten mit Aufstehen, Duschen und ab in die Uni. Es ist ein komisches Gefühl in die Uni zu gehen und doch kein Student zu sein – nicht mehr. Von daher ist der Ausdruck zur Uni gehen sehr irreführend. Ins Büro gehen würde es besser beschreiben, klingt aber nicht so toll – denn das machen ja so viele Menschen jeden Morgen!?
Also ich geh in die Uni und der Weg dorthin ist echt der Hammer, also muss ich ihn jetzt einfach einmal beschreiben. Aus der Haustür raus in die kleine Gasse mit Namen Molstraat treten, 90° nach rechts und loslaufen. Am Ende der Straße und vor der Brücke wieder nach rechts und immer am Kanal lang, eine Brücke, noch ne Brücke, …bei der dritten macht der Kanal nen Rechtsknick. Da wir dort nicht hinwollen, links über die Brücke und gleich darauf durch nen Tunnel unter der Hauptstraße durch. Nach nem Rechtsknick der Straße überquert man die nächste Brücke, die dieses Mal ein wenig größer ausfällt. Nach der Brücke gleich links und wieder an nem Kanal lang, unter ner Brücke durch und vor der nächsten nach rechts, weg vom Kanal. Auf der Straßenseite bleibend einfach weiterlaufen, an einer Bushaltestelle vorbei und wenn rechts ein Parkplatz auftaucht, abbiegen und rein ins Haus. Noch eine Etage hoch ins Büro und dann sind wir angekommen. Nenn mir einen vergleichbar „wässrigen“ Weg! ;-)

Ist das der Weg zum Meer?

Meinen ersten Samstag in Holland verbrachte ich mit einem großen Spaziergang zur ca. 20km entfernt liegenden Nordsee. Viele Bilder inklusive kleinem „Reisebericht“ findet ihr hier: Picasa

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Uni Chaos – Teil II

Mittwoch – der erste Morgen, an dem ich ohne auf Aljoscha zu warten das Haus verließ. Das Problem was sich dann in der Uni jedoch stellte war, dass das Büro noch abgeschlossen war und ich es mir somit im Gemeinschaftsraum gemütlich machte. Dies hatte die interessante Folge, dass ich von jedem, der dort vorbei kam in irgendeiner Weise Hilfe angeboten bekam. Erst versuchte jemand, ob sein Schlüssel zufällig auch in diesem Büro passt und dann wurde ich in ein anderes Büro eingeladen – nicht, dass es so ungemütlich gewesen wär, wo ich war – aber doch ne tolle Sache. Als der erste aus Aljoschas Büro kam, bedankte ich mich höflich und zog von dannen. 9Uhr sollte das Gruppentreffen starten und ich war gespannt, ob Aljoscha es bis dahin zur Uni schaffen würde. Aber auch da erwiesen sich die Kollegen als überaus freundlich und ich wurde eingesammelt und in den richtigen Raum geführt, in welchem dann auch, gerade noch pünktlich, Aljoscha eintraf. Das Treffen bestand aus zwei Vorträgen, von denen der erste gut und verständlich war (und sich zufällig auch in die Richtung bewegte, die ich ausreichend kenne – 13C-Modellierung) und beim zweiten wohl jeder nach 10min abgeschaltet hatte. Es war weder spannend noch in der Zeit…und das Überziehen machte den Vortrag nicht besser. Aber ich würde auch keine 40 Folien in 20min schaffen – der Unterschied ist nur, ich würd es erst gar nicht versuchen!
Das Treffen mit Klaas im Anschluss verlief gut – ich habe das Gefühl, dass ich mir eher zutraue Englisch zu reden und auch mal Fehler zu machen, wenn Aljoscha nicht dabei ist – sei’s drum, ich denke, ich konnte ihm helfen und begab mich danach wieder an meinen provisorischen Arbeitsplatz. Aber immerhin hatte ich mittlerweile einen Schlüssel für das mir zugedachte Büro…

Donnerstag und Freitag werde ich jetzt einfach zusammenfassen, denn es passierte erstaunlich wenig Neues. Ich bekam endlich meinen eigenen Platz und konnte mich ausführlich mit Aljoscha kurzschließen…da er vom Montag Abend an bis zum nächsten Dienstag nicht da sein wird. Ich arbeite jedoch immer noch an meinem Laptop, was auch Vorteile hat wie z.B. die Musik *sing*. Mein Büro teile ich mir im Moment nur mit zwei anderen (der vierte Platz ist leer) und es ist eine sehr ruhige, angenehme Arbeitsatmosphäre.
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Uni Chaos – Teil I

Der Dienstag begann wie auch schon der Montag mit Duschen, Frühstücken und darauf warten, dass Aljoscha aus dem Bett fällt. Danach stand der erste komplette Tag an der Uni an – mit jeder Menge wichtiger Wege und nichts, was auf Anhieb klappte. Da der mir zugedachte Platz noch besetzt war, wurden kurzerhand ein Tisch und ein hart erkämpfter Bürostuhl in Aljoschas schon recht volles 4-Mann-Büro gestellt. Als nächstes folgten Gespräche zur Anmeldung im Gebäude, Beantragung eins Schlüssels und einer CampusCard – denn nur mit dieser darf man eigentlich in das Gebäude und kommt ohne sie vor allem nach 19Uhr und am WE nicht rein&raus – sowie die Bestellung eines neuen, großen Monitors. Nebenbei bereitete ich mich auf mein erstes Meeting vor…ich sollte, wenn ich das ganze richtig verstanden hatte, einem Masterstudenten – Klaas – bei Problemen mit Modelica helfen. Dieser hatte meine Diplomarbeit von Aljoscha bekommen und versuchte verzweifelt ein nicht komplettes Modell aus der Arbeit zu kopieren…das Problem sollte sich doch lösen lassen. Das erste Treffen habe ich dann auch mit mehr zuhören und wenig reden – wie es eben so meine Art ist – gut über die Runden gebracht. Ein Treffen mit Klaas war gleich für den nächsten Tag nach dem Group Meeting angesetzt…
Ein darauf folgender Gang zum Fotografen für das CampusCard-Bild brachte ein weiteres fehlendes Puzzlestein an der Uni zum Vorschein – meine NetID. Das Fehlen dieser kleinen unscheinbaren Nummer ist der Grund, weshalb ich erst einmal nur einen Gästeausweis ohne Foto beantragen durfte, keinen Account für den Rechner habe und mit meinem Laptop nicht ins Internet komme, da mir die Zugangsdaten für das UniLAN fehlen…Da der Fotograf allerdings auf der anderen Seite des Campus gelegen ist, kam ich zu einem großen Spaziergang und der Erkenntnis, dass ich zum Abholen des Wisches meine Kamera mitnehmen musste.

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